Was Self-Care wirklich ist (und warum es dein Essverhalten verändert)

Es gibt einen Moment am Tag, in dem sich alles nach zu viel anfühlt. Nicht dramatisch. Einfach… voll.

Dein Kopf läuft weiter.
Dein Körper ist angespannt.
Du bist seit Stunden „an“.

Und ohne nachzudenken greifst du nach etwas. Ein Snack. Ein Drink. Dein Handy.

Nicht, weil du hungrig bist. Sondern weil du nicht weisst, wie du runterkommst.

Die meisten Menschen merken nicht, dass das nur sehr wenig mit Essen zu tun hat. Es hat mit der Regulation des Nervensystems zu tun.

Selbstregulation ist keine Kontrolle.

Es ist die Fähigkeit, zu einem emotionalen Ausgangszustand zurückzukehren.

Dein System von „an“ auf „aus“ zu bringen. Von aktiviert zu ruhig.

Und die meisten Menschen haben nie gelernt, das direkt zu tun. Also lagern sie es aus.

An Essen.
An Alkohol.
An Ablenkung.

Genau hier wird Self-Care oft missverstanden.

Es wird auf etwas Äusserliches reduziert. Etwas Weiches. Etwas Optionales.

Aber echtes Self-Care ist funktional. Es ist alles, was deinem Nervensystem hilft, runterzufahren.

Manchmal sieht das sehr simpel aus.

Einen Moment für dich nehmen, bevor du dich auf andere einlässt.
Eine Dusche nehmen und deinem Körper erlauben, sich neu zu regulieren.
Deinen Atem verlangsamen, statt noch mehr Reize hinzuzufügen.
Deine Hand auf deine Brust legen und dich daran erinnern: du bist hier.

Nicht alles, was du fühlst, muss sofort ausgelebt werden. Manches darf sich einfach beruhigen.

Du kannst körperlich ruhig sein und trotzdem überstimuliert. Scrollen. Netflix schauen. Gedanklich „an“ bleiben. Dein Körper nimmt das nicht als Ruhe wahr. Er bleibt aktiviert.

Und in diesem Zustand wird Essen mehr als nur Essen. Es wird zu Erleichterung.

Oft in sehr spezifischen Formen.

Knackige, harte Lebensmittel, wenn Spannung oder Frustration da ist.

Weiche, süsse Dinge, wenn ein Bedürfnis nach Komfort da ist.

Alkohol, wenn dein System nach einem unmittelbaren Ausatmen sucht.

Nicht gesteuert durch Hunger - sondern durch das, was dein System versucht zu regulieren.

Das Ziel ist nicht, Stress zu vermeiden. Sondern aufzuhören, Regulation an Dinge abzugeben, die dafür nie gedacht waren.

Und zu lernen, dich selbst direkt wieder zurückzubringen.

Denn wenn dein System weiss, wie es zur Ruhe kommt, brauchst du weder Essen noch Alkohol, um das für dich zu tun.

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